Den Menschen im Blick – Ein Projekt an der Ludwig-Maximilians-Universität München

Projektskizze: Diskriminierungssensible und rassismuskritische Bildung

Das Projekt „Den Menschen im Blick – souverän im Alltag und professionell im Ernstfall“ reagiert auf den gewachsenen Bedarf in vielen Institutionen, Antworten auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen zu finden, Menschen vor Diskriminierung zu schützen und menschenfeindliche Orientierungen in die Schranken zu weisen.

Zentrales Ziel des Projektes ist es, Grundlagen und praktische Materialien dafür zu schaffen, Führungskräfte und Mitarbeitende von staatlichen und zivilgesellschaftlichen Institutionen zu befähigen, souverän und professionell mit allen Menschen (z.B. Beschäftigten, Klientinnen) in einer zunehmend diversen Gesellschaft umzugehen und sie fit zu machen für einen sicheren Umgang mit rassistischen und anderen menschenfeindlichen Orientierungen. Zielinstitutionen sind: Verwaltungen, Polizei, Kirchen, Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbände. Für die Entwicklung der Schulungen werden – je nach Zweckmäßigkeit und Kapazitäten - engere Kooperationen mit einzelnen Institutionen ausgelotet.

Inhalte

  • Entwicklung eines Leitfadens als Grundlage für eine Befragung in den Zielinstitutionen, um systematisch die jeweiligen Bedarfe zu eruieren.

  • Wissenschaftliche Analyse zur Struktur des Rassismus und insbesondere zu Gegenstrategien und „Gute Praxis".

  • Etablierung eines Online-Portals, das zur fachlichen und öffentlichen Debatte beiträgt. Hier werden Forschungsbefunde, Praxiserfahrungen sowie Projektergebnisse veröffentlicht und diskutiert.

  • Entwicklung eines Bildungskonzepts, inklusive verschiedener Schulungsmodule und multimedialer Schulungsmaterialien in Diskussion mit ExpertInnen aus Wissenschaft und Praxis und Vertreterinnen der Zielorganisationen. U.a. Entwicklung eines Leitfadens mit pädagogischen Zielsetzungen sowie Entwicklung von verschiedenen berufsheterogenen und adressatenspezifischen Schulungsmodulen und –materialien.

  • Durchführung von Test-Schulungen und Evaluation, auf deren Grundlage das Bildungskonzept weiterentwickelt wird.

  • Vertiefung der Auseinandersetzung in strategisch relevanten Bereichen durch Workshops mit Verantwortlichen aus den Zielinstitutionen sowie Experten aus Wissenschaft und von NGOs.

Ziele

(1) Zeitgemäße, innovative, professionelle Schulungen, inklusive Bildungskonzept, Module, Materialien

a. für adressatenheterogene Zielgruppen (sowohl aus verschiedenen staatlichen als auch zivilgesellschaftlichen Institutionen) bereitstellen.

b. adressatenspezifisch – in engerer Kooperation mit der jeweiligen speziellen Zielinstitution entwickeln und bereitstellen.

Produkt: Bildungskonzept mit verschiedenen Modulen und multimedialen Materialien für heterogene und spezifische Zielgruppen. Die Inhalte werden auf dem Onlineportal veröffentlicht.

(2) Die fachliche und öffentliche Debatte

a. durch kompetente Beiträge aus Wissenschaft und Praxis und nicht zuletzt durch Perspektivenvielfalt bereichern.

b. pragmatisch und wertegebunden, orientiert an den Menschenrechten, Demokratie und Pluralismus, führen und damit für eine friedliche, faire und vielfältige Gesellschaft werben.

Produkt: Etablierung eines Onlineportals für Fachkräfte und eine breitere (Fach-) Öffentlichkeit. Zudem werden die Projektergebnisse auf Präsenzveranstaltungen vorgestellt.

(3) Führungskräfte und Mitarbeitende

a. befähigen souverän und professionell mit Beschäftigten und KlientInnen umzugehen.

b. fit zu machen für den kritischen Umgang mit rassistischen und anderen menschenfeindlichen Orientierungen.

Angebot: (Test-)Seminare, die evaluiert und weiterentwickelt werden.

Zielgruppen

  • Staatliche Institutionen (kommunale Verwaltung und Polizei)

  • Zivilgesellschaftliche Institutionen (Kirchen, Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbände), jeweils: Erwachsene, Hauptamtliche (Führungskräfte, MitarbeiterInnen)

  • Erwachsene, MultiplikatorInnen (Aus- und Fortbildung)

Engere Kooperationen mit einzelnen Institutionen sind möglich. Sie werden jeweils nach Zweckmäßigkeit, Bedarf und Kapazitäten ausgelotet.

Qualitätssicherung und Nachhaltigkeit

Um die Qualität zu sichern, werden ein Fachbeirat eingerichtet, Testseminare veranstaltet und eine prozessbegleitende Evaluation vorgenommen.

Um Nachhaltigkeit zu ermöglichen, werden

(a) Projektergebnisse (z.B. Schulungsmaterialien und Fachbeiträge) veröffentlicht.

(b) engere Kooperationen mit Zielinstitutionen eingegangen. Mit ihnen soll ausgelotet werden, ob und inwiefern es einen Bedarf an entsprechenden Schulungen für Führungskräfte und Beschäftigte gibt und wie dieser abgedeckt werden kann.

(c) zudem ein Konzept erarbeitet, um MultiplikatorInnen fortzubilden.


Mitwirkende, Projektträger & Förderer