Den Menschen im Blick – Workshops, Schulungen und Beratung in Zusammenarbeit mit der LMU München

Menschen & Geschichten


In dieser Rubrik erzählen verschiedene Menschen über ihre persönlichen Erfahrungen mit Rassismus. Sie berichten konkret über rassistische Diskriminierung im "Alltag", in der "Schule" und im "Beruf". Einige thematisieren dabei Bezüge zur deutschen "Geschichte (Holocaust und Kolonialismus) und Gegenwart". Im zweiten Abschnitt finden sie Portraits von Menschen, die weitere Diskriminierungserfahrungen beschreiben. Die Forschung zeigt, dass Mehrfachdiskriminierungen (z.B. Rassismus und Sexismus) einen Verstärkungseffekt haben (Intersektionalität).


Rassistische Diskriminierung

Menschen die von Rassismus (abwertende Einstellung) betroffen sind, können auch von rassistischer Diskriminierung (illegitime, abwertende Handlung) betroffen sein.

In Deutschland werden aktuell zur Gruppe der von Rassismus und rassistischer Diskriminierung Betroffenen aufgrund bestimmter rassistischer Traditionen insbesondere Schwarze Menschen, asiatische Menschen, Sinti und Roma, jüdische Menschen, muslimische Menschen und (andere) People of Color gezählt (vgl. Diakonie u.a., CERD-Parallelbericht 2015).

Weitere Informationen


Alltag

  • Wie hasst man richtig?

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    Dr. Ali Özgür Özdil hat alle Klischees und Vorurteile über Muslime in seinem Poetry-Slam Beitrag „Hasspredigt“ für I, slam satirisch verarbeitet. Selbst hat er jedoch noch in keiner Moschee eine Hasspredigt mit anhören müssen.

    I, slam Germany

  • Deutscher 2.0

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    Younes Al-Amayra thematisiert als Mitglied des muslimischen Satire-Kollektives Datteltäter mit Youtube-Videos das alltägliche Leben von Muslimen in Deutschland. Dem Sohn eines Palästinensers und einer Syrerin ist es wichtig, dass Diskurse über Muslime sich nicht nur auf bestimmte Themen beschränken.

    Germania


  • Mit Selbstironie und Musik gegen Diskriminierung

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    Als Sohn einer Deutschen und eines Vietnamesen fiel Der Asiate in seiner ländlichen Heimat auf: Auf dem Markt hielt man ihn für einen Schwarzarbeiter, Eltern verboten ihren Kindern mit ihm zu spielen. Heute hören sogar seine früheren Mobber gerne die Musik des Rappers.

    Germania


  • Racial Profiling macht sprachlos / Rassismus

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    Bundestagsabgeordneter Karamba Diaby musste schon Erfahrungen mit Racial Profiling und respektlosem Verhalten von Polizeibeamten machen. Er hält Rassismus nicht nur für ein gesetzgeberisches Problem: Politik und Gesamtgesellschaft müssen es gemeinsam lösen.

    Amnesty-International-Reihe: „Alltagsrassismus protokolliert"



Schule

  • Rap gegen antisemitische Stereotypen

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    Schon in jungen Jahren wurde Rapper Ben Salomo mit judenfeindlichen Witzen konfrontiert. Mit offenem Antisemitismus kommt der in Israel geborene Rapper besser zurecht, als mit Personen, die unbewusst an Vorurteile gegen Juden glauben und diese weitergeben. Ben Salomo möchte mit seinen Songs dazu beitragen, dass junge Menschen diese Stereotypen nicht verinnerlichen.

    Amnesty-International-Reihe: „Alltagsrassismus protokolliert"


  • Man muss ändern, wie man über Menschen mit Migrationshintergrund spricht

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    Hadnet Tesfai wurde in der Schule unterstellt, ihre guten Noten aufgrund eines „Exotenbonusses“ bekommen zu haben. Heute braucht sie vor allem in der Entertainmentbranche ein dickes Fell: ihr fällt auf, dass bestimmt Stereotypen immer wieder auf Menschen mit Migrationshintergrund angewendet und Vorurteile gegen sie reproduziert werden.

    Schwarzrotgold tv

  • Was ist das, ein Sinto?

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    Als die Provokationen seiner Mitschüler immer öfter eskalieren, wird Sinto Janko Lauenberger für sieben Monate in ein „Spezial-Kinderheim" gebracht. Das Mitglied in einer Band fordert, das Bewusstsein der Gesellschaft zu schärfen und Kinder bereits in der Schule mit solchen Themen zu konfrontieren.

    Every day is Romaday (Romaday 2016)



Beruf

  • Diskriminierung im Berufsalltag: Und, was isst du heute? Hund oder Katze?

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    Zeitonline widmet eine Serie zum Thema "Alltag Rassismus".

    Rassismus ordnet unser Denken und Zusammenleben. Wir wollen herausfinden, warum das so ist, was das für die Gesellschaft bedeutet und wie sich das verändern ließe.

     

    zeitonline

  • Die Welt sollte deine Heimat sein

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    Mit seiner türkischen Staatsbürgerschaft hatte Nanik Probleme, einen Ausbildungsplatz zu finden – trotz perfekter Sprachkenntnisse und guten Abschlusses. Als Heimat bezeichnet er sowohl das Herkunftsland seiner Mutter Türkei als auch Deutschland, wo er geboren und aufgewachsen ist. Egal, welche Wurzeln der Gesprächspartner auch hat: Menschen sind sie alle.

    Germania


  • Fußball verbindet

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    Auch auf dem Fußballplatz gibt es Rassismus: Babelsberg-Trainer Cem Efe hatte bereits als Spieler mit Affenrufen und Beleidigungen zu kämpfen. Doch Cem schafft es, diese Respektlosigkeit in Motivation für den Sport umzuwandeln. Gemeinsam mit den verschiedensten Menschen im Team zusammenzuspielen verbindet.

    Amnesty-International-Reihe: „Alltagsrassismus protokolliert"


  • Gemeinsam gegen das "Biest Rassismus" vorgehen

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    Tupoka Ogette ist peinlich berührt, als sie aufklären muss, dass sie bei einem großen Konzern nicht als Küchenhilfe, sondern als Referentin eingeladen wurde. Ihre Wut über die ständige Notwendigkeit, sich und ihre Herkunft legitimieren zu müssen, hat Tupoka jedoch produktiv umgesetzt: In Workshops hilft die Anti-Diskriminierungs-Expertin den Eltern schwarzer Kinder mit dem Thema Rassismus umzugehen.

    Amnesty-International-Reihe: "Alltagsrassismus protokolliert"



Geschichte (Holocaust und Kolonialismus) und Gegenwart

  • Türen für andere öffnen

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    Als kleiner Junge spielte er in Kolonialfilmen mit, später versuchte er nicht aufzufallen: Theodor Wonja Michael hat die NS-Zeit überlebt. Später nahm er einem Job beim BND an - auch, um die Lebensbedingungen für andere zu verbessern. Für den Schauspieler und Journalist bedeutet ein schwarzer Deutscher zu sein, multikulturell zu sein und „zwei Hauptwurzeln“- afrikanisch und deutsch - zu haben.

    DW Deutsch (Deutsche Welle)


  • Stolz darauf, jüdisch zu sein

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    Wie gehen Juden mit Antisemitismus im Alltag um? Familie Zimmermann erzählt von ihrer Reise nach Polen. Tochter Annabelle gestaltete das Magazin „Jung, Jüdisch, Bayrisch“ mit. Während der brenzligen Phasen des Nah-Ost-Konflikts bleibt Florian Gleibs Restaurant Schmock leer. Der Rabbiner Daniel Alter wurde sogar angegriffen und schwer verletzt. Vor dem Veranstaltungsort eines BDS-Vortrags demonstrieren Menschen gegen den Antisemitismus der Gruppierung.

    ARD

  • Zukunft stiftet Identität

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    Schwierigkeiten bei der Job- oder Wohnungssuche, Unterstellung von Diebstahl und Vorurteile sind Alltag für Dotschy Reinhardt und Éva Ádám. Zwei Frauen sprechen über das Schicksal ihrer Familien in der NS-Zeit, wie Sinti und Roma noch heute in ganz Deutschland diskriminiert werden und was sie selbst dagegen tun. Für die Zukunft wünschen sie sich vor allem die Einhaltung der Menschenrechte und die Möglichkeit zur Partizipation.

    fluter. Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung: flutertv



Weitere Diskriminierungen

Diskriminierung muss keine rassistische Stoßrichtung haben. Von Diskriminierung sind auch Menschen mit Behinderung, Obdachlose und LGTBIQ-Menschen betroffen (vgl. Schellenberg/Lang in: DIMR/OSZE 2016). Mit dem Syndrom der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF) haben Forscher ein Zusammenhang zwischen verschiedenen gruppenbezogenen Ungleichheitsvorstellungen belegt: Menschen, die Jüdinnen abwerten, werten mit höherer Wahrscheinlichkeit auch Frauen oder Homosexuelle ab. Die Forscher markieren u.a. auch den klassischen Sexismus und Abwertungen bezogen auf den sozialen Status von Menschen, etwa von Langzeitarbeitslosen, als charakteristische Dimensionen der GMF (Heitmeyer 2002ff.).


Frauen

  • Frauen müssen sich mehr beweisen als Männer

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    Fühlst du dich gleichberechtigt? Frauen sprechen über berufliche Chancen, Engagement und wie sich das Verhalten und die Einstellung junger Frauen im Vergleich zu früher geändert haben. Sie finden, dass Frauen noch heute mit Klischees zu kämpfen haben.

    ze.tt

  • Sexismus muss angesprochen werden

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    Anmach-Sprüche und sexistische Witze am Arbeitsplatz: Frauen haben in der Redaktion mit Sexismus zu kämpfen. Und den männlichen Kollegen fällt auf, wie selten sie in der Vergangenheit eingegriffen haben, auch aus Furcht, sich berufliche Chancen zu verbauen.

    ZAPP-Das Medienmagazin


  • Wie ungleich werden Männer und Frauen im Beruf behandelt?

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    Erfahrungen mit Sexismus: Frauen demonstrieren im Geiste der #metoo-Kampagne. Zwei Gründerinnen eines Online-Portals erfanden einen männlichen Gründer, um mit ihrem Projekt besser voranzukommen. Carola Klein gibt Tipps, wie Frauen im Berufsalltag mit Sexismus umgehen sollen.

    DW Deutsch

  • Es gibt hundert Sachen die diese Frauen ausmachen und nicht das Kopftuch

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    Fatah von den Datteltätern wurde von ihrer Tante dazu inspiriert das Kopftuch zu tragen. Dennoch gab es eine Zeit in ihrem Leben in der sie es abgelegt hatte: ihr Vater fürchtete, sie würde deshalb schlechtere Noten in der Schule bekommen. Beim Video-Dreh der Datteltäter berichten andere Frauen von ihren Erfahrungen mit Kopftuch und weshalb sie es abgelegt haben.

    Die Frage



LGTBQI (Lesbian, Gay, Transgender, Bi, Queer, Intersexual)

  • Der Glaube gibt Kraft, Mode drückt Identität aus

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    Julia hat sich schon als Kind als Mädchen gemalt, mit 14 Jahren kam ihr der Gedanke, transsexuell zu sein. Frau zu sein ist für sie nicht durch Geschlecht definiert, sondern durch das Verhalten einer Person und ihre Wirkung auf andere. Für die Zukunft wünscht sie sich eine Familie mit Haus und Hund.

    Queerblick: Reihe: „Queer durch Deutschland"


  • Ich hab' meinen Kindern viel zu verdanken

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    Tine verliebte sich das erste Mal mit 13 in eine Frau. Weil der Vater ihre Sexualität nicht akzeptierte, ging Tine eine Zwangsbeziehung zu einem Mann ein. Bevor ihr die Flucht gelang, musste sie unter häuslicher Gewalt leiden. Heute macht Tine sich Sorgen, dass ihre Kinder in der Schule wegen ihrer Mutter ausgegrenzt werden könnten.

    Queerblick: Reihe: „Queer durch Deutschland"



Menschen mit Behinderung

  • Glaub' an dich und glaub' an deine Träume

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    Nicht seine Behinderung macht Raul Krauthausen den Alltag schwerer, sondern die Barrieren, wie zu hoch angebrachte Briefkästen. Rund 10% der Menschen in Deutschland haben eine Behinderung, doch viele von ihnen sind kaum in die Gesellschaft integriert, da sie in Sonderschulen, Werkstätten und Therapiezentren isoliert sind. Raul Krauthausen findet, das man sich von anderen nicht sagen lassen sollte, was man kann und was nicht.

    ze.tt

  • Eine Minute kann man mal gucken, aber bitten nicht dreißig!

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    Wird man als Mensch mit Behinderung auf der Straße häufig angestarrt? Neugierige Blicke von Kindern stören Raul Krauthausen nicht. Wenn ihn Menschen anstarren oder ihn Bemitleiden ist ihm das allerdings unangenehm.

    Hyperbole, Reihe: „Frag ein Klischee"